Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden
1854 - 1961
Wie bei vielen Zechen an der Ruhr begann der Betrieb von Friedlicher Nachbar um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Schon am 31. Mai 1831 mutete der Freiher Ludwig von Elverfeldt, der mehrere Zechen im Raum Bochum-Witten betrieb das Grubenfeld.
Vielleicht aus einer Ahnung heraus benannte er die Mutung mit Friedlicher Nachbar, da es erst nach mehr als 20 Jahren Rechtsstreit
am 14. November 1854 verliehen wurde. Die neue Zeche wurde nach dem kleinen Feld benannt. Trotzdem gelang es der Zeche später durch Zukauf
eine rentable Größe zu erreichen. Zunächst bestand kein eigener Tiefbauschacht. Ab dem 21. September 1855 nutzte man den nicht mehr
für die Förderung benötigten Schacht Roeder der Zeche General an, der nur 50 m nördlich der Markscheide lag. Trotz des folgenden
Kaufs des Schachts bestanden aber weiter Mitnutzungsrechte, obwohl die Unterhaltung bei Friedlicher Nachbar lag. Die Förderung
begann am 11. Dezember 1855 mit dem vorhandenen Pferdegöpel. Er wurde ab dem 23. Juni 1857 durch einen Dampfhaspel ersetzt. Die Kohle
wurde mit Pferdefuhrwerken zur Niederlage an der Ruhr bei Bochum-Dahlhausen transportiert. Dieser teure Betrieb führte zur Anlage
eines Schiebewegs im nördlich gelegenen Tal. Dazu erlaubte das Bergamt eine eine Förderpause von Ende April 1858 bis Ende Juli 1859.
1861/62 wurde der Weg zu einer Pferdebahn umgebaut.
Diese Nachteile führten recht schnell zum Abteufen eines eigenen Schachts. Das Grubenfeld war recht klein, konnte aber später
vergrößert werden. Die Zeche Baaker Mulde wurde 1899 übernommen und 1923 die Zeche Hasenwinkel.
Von 1859 bis 1873 gehörte die Zeche einem Konsortium aus Amsterdam und dazu einem Kaufmann aus Goch. Vielleicht war Spekulation im
Spiel, da einige Partikuliere dazu gehörten, die mit Kohlentransporten Geld zu
verdienen hofften. Der Betrieb lief aber nicht gut an und stagnierte auf ziemlich niedrigem Niveau. Erst mit dem eigenen Schacht
begann die Entwicklung zu einer größeren Anlage. Von 1873 bis 1890 verhinderte die allgemeine Wirtschaftskrise einen echten Fortschritt.
1898 wurde die Zeche an ein Konsortium verkauft, zu dem auch der Großindustrielle August Thyssen gehörte. Im selben Jahr kam noch
Hugo Stinnes dazu, der den weiteren Kurs maßgeblich bestimmte. Danach entwickelte sich Friedlicher Nachbar zu einer mittelgroßen
Zeche. Ab 1904 gehörte sie zur Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG, einem der größten damaligen Konzerne. Während der
Weltwirtschaftskrise lag die Zeche 1932/1933 insgesamt 17 Monate lang still. Größere Unfälle während der Betriebszeit bis zur Stilllegung
1961 scheint es nicht gegeben zu haben. Einige Brände und Unglücke bei der Fördung und Defekte an der Wasserhaltung erzeugten nur
Sachschaden und Ausfallzeiten.
Die Kohle wurde nach dem Bau der Eisenbahn über den Bahnhof Dahlhausen abgesetzt. Die Anbindung durch das Ruhrtal war unzuverlässig
(Hochwasser), daher wurde 1873 eine erste Verbindung durch den stillgelegten Glücksonner Stollen angelegt. Eine Pferdebahn
ging bis zur heutigen Lewacker Straße. Die Schluchtstaße gab es damals noch nicht. Die Bahn lief oben am Hang entlang und wurde über
einen Bremsberg auf die Stollensohle gebracht. Das renovierte Stollenmundloch liegt neben der ehemaligen Zeche Dahlhauser Tiefbau.
1878 kam die endgültige Anbindung durch einen Tunnel unter der Hattinger Straße an die Bahnstrecke Weitmar-Dahlhausen (heute Fuß-/Radweg).
Zur Henrichshütte in Hattingen bestand ab 1922 eine Seilbahn, mit der Schlacken für den Bergeversatz angeliefert wurden. Ohne diesen
wäre der Abbau der meist steil gelagerten Flöze nicht möglich gewesen. Nach der Stilllegung von Schacht 1 bestand von 1919/20 bis 1925/26
eine weitere Seilbahn zum Schacht 2 zum Abbau der dort gelegenen Halde. Zum Schacht 3 (Ostholz) lief eine dritte Seilbahn für den Transport
von Material zum Bergeversatz. Das Material der Halde Hasenwinkel wurde ab 1932 über einen 530 m langen Stollen zur Anlage
Friedlicher Nachbar gebracht.
Die denkmalgerecht sanierte Zechensiedlung bietet zusammen mit einem ähnlich angelegten Neubaugebiet - auch wegen des nahen
Ruhrtals - ein attraktives Wohnumfeld.
Im Rauendahler Siepen ist schon im 17. Jahrhundert Bergbau belegt. Es handelt sich aber um sehr kleine und kurzlebige Stollenbetriebe,
deren genaue Lage unsicher ist, da kaum Karten existieren. Dies gilt auch für die späteren größeren Stollenbetriebe. Die Mundlöcher
sind alle von der Tiefbauanlage überbaut worden. Zum Teil waren diese Stollenzechen auch aus dem St. Mathias Erbstollen heraus
aufgeschlossen und förderten aus zahlreichen kleinen Schächten.
Der Zechenbetrieb lief relativ unglücksfrei. 1888 starben drei Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion auf Baaker Mulde.
Die Vorgängerbetriebe arbeiteten zeitweise betrieblich zusammen oder schlossen ältere Abbaue erneut auf. Daher ist die Darstellung
der Entwicklung der Stollenzechen im Rauendahl etwas unübersichtlich. Ähnliches gilt für Betriebe des Nachlesebergbaus.
St. Mathias Erbstollen
Der älteste Abbau im Rauendahler Siepen ist mit diesem Erbstollen verknüpft, der schon ab 1730 aufgefahren wurde und im
19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Erbstollen im Ruhrgebiet zählte. Aus dem Oberstollen wurde bis 1773 gefördert, danach
aus dem südlicher angesetzten tiefsten Stollen. Er lag genau im Niveau einer noch unbekannten Störung, dem Rauendahler
Sprung. Trotz mehrmaligem Verschwenken des Stollens kam er lange nicht aus der Störung heraus. 1786 wurde dieser Teil
ausgemauert um ein Zubruchgehen zu vermeiden. Nach weiteren Reparaturen im Jahr 1822 reichte der Querschnitt nur noch
für von Schleppern bewegte Wagen aus. Daher wurde ab 1787 zusammen mit Johann Friedrich eine Schienenbahn angelegt (ab
1835 Pferdebahn) und zusätzlich gemeinsam aus einem ca. 31 m tiefen Schacht gefördert. Bis 1830 förderte die Zeche aus
den im Stollen erschlossenen Flözen Richtung Osten. 1834 wurde der Joseph-Oberstollen angesetzt, der 1838 in
St. Mathias Oberstollen umbenannt wurde. 1850 hatte der Erbstollen eine Länge von ca. 3,5 km. Dabei sind Flügelorte mit
gerechnet. Der längste wurde 1250 m in Flöz Albert 1 aufgefahren, dann folgten ein 500 m langer Querschlag und weitere
460 m im Flöz Präsident.
In der Förderstecke waren 1841 2875 m eiserne und 1880 m hölzerne Schienen (bis 1846 ersetzt) verlegt. Der Betrieb war so
technisch auf der Höhe der Zeit. 1849 und 1852 konnte wegen Ruhrhochwasser der Stollen nicht genutzt werden. Zusammen mit
der Abbauverlagerung nach Osten führte dies zum Anlegen des Sct. Mathias Erbstollen Nr.2 gut 900 m östlich. Der
Entschluss zahlte sich aus. Allein der Abbau der beim Auffahren erschlossenen Flöze Sonnenschein und Wasserfall brachte
ab 1856 15597 t Kohle. Der Vortrieb pausierte für vier Jahre, ging danach aber sehr schnell weiter. Der Betrieb beider
Stollen lief bis 1869 organisatorisch getrennt. 1870 wurden die Felderteile unter der Stollensohle zu Baaker Mulde
konsolidiert, darüber mit Ver. Dickebaeckerbank & Anna Catharina. Zwischen 1870 und 1880 konnten jährlich
44000 - 54000 t gefördert werden, maximal 60582 t im Jahr 1873. Danach sank die Förderung schnell und 1888 waren die
wirtschaftlich gewinnbaren Vorräte abgebaut. Der zweite Erbstollen erreichte eine Länge von 1850 m. Dazu kam ein Flügelort
von 2,4 km Länge, der von der östlich liegenden Zeche Glücksburg ausgeführt wurde, die dadurch weitere 41 m Teufe
gewann und 20 Jahre davon zehrte. So wurde der St. Mathias Erbstollen mit insgesamt 9,1 km zum längsten in Bochum.
Insgesamt wurden etwa 1,5 Mio. t Kohle abgebaut.
St. Mathias Erbstollen I/III & Maria
Im westlichen Teil der alten Erbstollenberechtsame kam es ab 1934 zu einem erneuten Abbau. Der Betrieb wurde auch nach dem
Betreiber, der Gewerkschaft Xanten genannt. Es wurden jährlich 9000 - 10000 t/a abgebaut, 1942 maximal 15187 t. Die Anlage
bestand aus einfachen Holzbauten. 1945 wurde der Betrieb in Mathias Erbstollen 1,3 & Maria umbenannt. Bis zur Stilllegung
1954 wurden jährlich 13000 - 14000 t gefördert, maximal 15670 t im Jahr 1953. Alle weiteren Nachfolgebetriebe waren deutlich
kurzlebiger und erreichten jeweils nur etwa 10% dieser Förderzahlen.
St. Mathias Erbstollen über der Stollensohle
An der Holzstrasse wurde 1929 ein neuer Abbauversuch unternommen. Die Aufschlüsse waren so schlecht, dass schon 1932 der
Betrieb eingestellt wurde (von Februar bis September 1933 vorübergend in Betrieb). 1930 wurde nur 1431 t gefördert.
Dickebaeckerbank
Wahrscheinlich war die Zeche ab 1677 in Betrieb, da bei der Verleihung im Jahr 1739 schon 230 m des Flözes abgebaut waren.
Der Betrieb lief mit vielen Unterbrechungen. 1764 wurde mit einem 188 m weiter westlich gelegenem Stollen neu begonnen.
1772 wurden erstmals Kohlen bis nach Kleve verschifft. 1783 ging eine mit Hilfe eines Tretrads betriebene Förderung in Betrieb,
das von zwei Bergleuten angetrieben wurde. Im Stollen kam ein flacher Wagen mit Rädern zum Einsatz. Auf ihm standen die
Förderkübel. Ab 1787 wurde eine 1,6 km lange Schienenbahn zur Kohlenniederlage an der Ruhr betrieben. Der Betrieb war für
die damaligen Verhältnisse sehr modern. Der Förderschacht war 50 m senkrecht abgeteuft und darunter wie sonst üblich weiter
im Flöz. Mit der Tretradanlage wurden 1782 täglich 14,5 t gefördert, für damalige Verhältnisse sehr beachtlich. 1811 waren
die Vorräte über dem Stollen abgebaut. Durch den St. Mathias Erbstollen wurde 1813 eine etwa 20 m größere Teufe erreicht.
Für einen langsfristige rentablen Betrieb reichte diese nicht aus und 1819 kam es zur Konsolidition zu
Ver. Dickebaeckerbank & Anna Catharina.
Als Dickebäckerbank (falsche Schreibweise des Dehnungs-e, abgeleitet von Baak) wurden von 1947 bis 1951 stehen gebliebene
Kohlepfeiler abgebaut. Als Permontes II lief der Betrieb noch bis 1955 weiter. Die maximale Förderung mit 1771 t wurde
1954 erreicht. Es gab noch einen weiteren Stollen. St. Mathias Erbstollen, Dickebäckerbank bestand von Januar 1950
bis Ende Juli 1951 und förderte insgesamt ca. 2000 t Kohle.
Das Stollenmundloch wurde rekonstruiert und besteht als Denkmal. Der Förderschacht ist mit einer Betonplatte gesichert.
Anna Catharina
Diese Stollenzeche wurde 1771 gemutet. Die Zeche Nöckerbank trieb einen Querschlag nach Norden, der den Abbau des verliehenen
Flözes ab 1777 ermöglichte. Bis 1801 lief ein bescheidener Betrieb mit weniger als zehn Bergleuten. 1819 kam die Konsolidition
zu Ver. Dickebaeckerbank & Anna Catharina. Dazu drängte das Bergamt, das eine Rentabilität nur beim Zusammengehen der
räumlich eng beeinander liegenden Stollenbetriebe erwartete.
Nöckerbank
Die oben erwähnte Zeche war schon vor vor 1737 in Betrieb. Der Stollen erreichte eine Länge von 251 m. Von 1765 bis 1796
lief ein neuer Betrieb, der auch als Weckerbanck bekannt war. Etwa ab 1812 wurden auch hier Eisenschienen eingesetzt, auf
denen 0,57 t fassende Wagen liefen. Auch diese Zeche ging 1819 in der Konsolidition zu Ver. Dickebaeckerbank & Anna Catherina
auf.
Ein Nachkriegsstollen Nöckerbank existierte von Juli 1949 bis Ende April 1950.
Ver. Dickebaeckerbank & Anna Catharina
Ab 1821 wurde wieder regelmäßig gefördert. Meistens waren es wohl 1000 - 2000 t/a, maximal 7464 t 1829. Bis 1844 lief ein
unregelmäßiger Betrieb. 1835 erhielt der St. Mathias Erbstollen eine ca. 920 m lange Strecke, die im für einen
Erbstollen nötigen Querschnitt aufgefahren war vertraglich zur Nutzung als Flügelort (seitliche Erweiterung). Der Erbstollen
sparte damit Kosten und die Zeche konnte eigene Kosten wieder amortisieren. 1870 wurde das Feld unter der Stollensohle zu
Baaker Mulde konsolidiert.
Johann Friedrich
Nach einigen Jahre Verzögerung (Mutung am 31. Januar 1765) begann 1768 der Betrieb, um schon lange still liegende Vorgängerbetriebe
neu zu erschließen. Ab 1772 wurde Kohle bis nach Kleve geliefert. 1787 begann eine zeitweilige Zusammenarbeit mit dem
St. Mathias Erbstollen, die auch eine gemeinsame etwa 1,6 km lange Schienenbahn vom Stollenmundloch zur Kohlenniederlage
in Hattingen beinhaltete. Sie gilt als älteste in Deutschland. Gebaut wurde sie schon bevor der Erbstollen die Zeche erreichte,
da er eine Mehrteufe von 26,15 m brachte. Die Förderung wurde in mehreren Schächten gehoben (1798 Schacht August auf Flöz
Luise, 1803 Rudolf auf Flöz Helene und ab 1805 als Hauptförderschacht Caroline auf Flöz Präsident).
Bis zu Erschöpfung der Vorräte über der Stollensohle 1851 wurden etwa 10000 - 12000 t/a gefördert. Ab 1804 war der Betrieb
rentabel und erwirtschaftete 400 Taler jährlich. Danach bestand zusammen mit St. Mathias Erbstollen und Papenbank
bis zur 1870 als Baaker Zechen erfolgten Konsolidation zu Baaker Mulde ein gemeinschaftlicher Betrieb. Ab
1851 wurden an der Kohlenniederlage (1828 zusammengelegt) offenbar erfolgreiche Versuche mit Bienenkorböfen zur
Kokserzeugung durchgeführt, die endgültig 1878 eingestellt wurden. Die Absatzlage war so gut, dass der Unternehmer Heintzmann
von hier eine Eisenbahn zur Hattinger Ruhrbrücke anlegte für den Absatz der Kohle ins Bergische Land. Die Bahn war 1890 m lang
und der eingesetzte Zug bestand aus 25 Wagen mit je 0,4 t Inhalt. Diese Bahn galt lange als profitabelste in der Grafschaft
Mark. 1836 lag Johann Friedrich mit 4500 t/a auf Platz sieben der märkischen Gruben. Der technische Standard war
wohl gut. Unter Tage gab es 1841 2,5 km eiserne Schienen und 1,25 km hölzerne, die in den nächsten Jahren ausgetauscht
wurden.
Der Abbau bewegte sich bis in das spätere Grubenfeld von Dahlhauser Tiefbau. Von den zahlreichen Schächte ist
Nichsts erkennbar. Das Grubenwasser wurde über den Stollen von Der neue Weg abgeleitet. Hier hatte Baaker Mulde auch
einen Förderschacht.
1855 begann das Abteufen eines Schachts in dem ab 1860 im Tiefbau gefördert wurde. Von 1860 bis 1869 bestand weiter die
Schleppbahn zur Ruhr, über die der gesamte Absatz lief. Der neue Tunnel zur Bahnstrecke nach Dahlhausen ab 1868 beendete
den Ruhrversand. Er ist nicht mehr erkennbar und war nur für Grubenwagen ausgelegt. Deshalb wurde später ein Eisenbahntunnel
angelegt - Betrieb ab 1898. Das Nordportal wurde aus Sicherungsgründen zugekippt und verfüllt. Das zugemauerte Südportal existiert noch.
Bei der Konsolidation zu Baaker Mulde hatten die Baaker Zechen ihr Fördermaximum von 84909 t/a.
Lucia
Mit dem 1750 ausgestellten Schurfschein begann das Auffahren des Lucia Oberstollen aus dem 1752 die Förderung aufgenommen
wurde. Der Abbau scheint profitabel gewesen zu sein. Für 1774 ist eine tägliche Fördermenge von 2,35 t bekannt. Auch wenn diese
nicht jeden Tag erreicht wurde und auch nicht das ganze Jahr durch gearbeitet wurde könnten etwa 4000 - 5000 t im Jahr
zusammen gekommen sein. 1796 endete der Abbau wegen Erreichens einer Störungszone und zusätzlichen Problemen bei der
Bewetterung.
Die Mutung der Flöze erfolgte nicht durch Schürfe wie üblich. Sie wurden durch einen 60 m langen Stollen erschlossen. Von
den sieben Flözen durften nur drei abgebaut werden, da die anderen dem St. Mathias Erbstollen zugesprochen wurden. Er
hatte sie schon früher mit Schürfen gemutet und baute sie bis 1830 ab. Danach verfiel der Oberstollen.
1831 begann 293 m westlich das Auffahren des Lucia-Tiefer-Stollen, aus dem ab 1832 gefördert wurde. Gleichzeitig
wurde ein Schiebeweg zur Niederlage an der Ruhr angelegt. Wegen weiterer Rechtsstreitigkeiten lief die Förderung ab 1839
über einen Göpelschacht am östlichen Ende des Feldes unter Tage durch einen Stollenquerschlag zum Schacht Constanz August
der Zeche Hasenwinkel und von dort über die Hasenwinkel-Himmelscroner Pferdebahn zum Bahnhof Dahlhausen. Die
Förderung lag bei 7400 - 8000 t/a. Maximal waren es 9932 t im Jahr 1847. Die Stilllegung erfolgte 1851.
Papenbank
Der 1751 begonnene Betrieb stockte schon 1754 wegen Absatzmangels. Von 1758 bis mindestens 1763 gab es eine Ausbeute,
also eine profitable Phase. Bis zum Stilllegung 1808 wurde aus zahlreichen Schächten gefördert. Ein tonnlägiger
Förderschacht erreichte eine Teufe von 44 m. 1845 wurde der Betrieb wieder aufgenommen, wobei die Ausrichtung aus dem
St. Mathias Erbstollen heraus erfolgte. 1850 wurden 8550 t mit 60 Beschäftigten gefördert - ein relativ gutes
Ergebnis. Von 1851 bis zur endgültigen Stilllegung bestand der Verbund mit den Baaker Zechen.
Rauendahl
Ab 1857 war dieser Stollen kurz in Betrieb, davor angeblich schon um 1797. Die Mutung ist erst für 1832 belegt und die
Verleihung 1837. 1865 begann nach der Konsolidation mit St. Mathias-Schepmannsbank ein neuer Betrieb, der sich gut
entwickelte (1867 6735 t, 1873 20178 t) - 1874 Konsolidation zu Dahlhauser Tiefbau.
Nachkriegszeche Rauendahl
Der Betrieb lief nur ein Jahr (März 1957 bis Mitte Februar 1958 unter diesem Namen. Die ständig den Besitzer wechselnde
Zeche begann 1951 als Horschberg, Schacht II. 1953 wurde sie unbenannt in Cleverbank, Schacht II 1954
folgte Lagrave und 1955 die Rückbenennung in Horschberg. Die Förderung lag bei 3000 - 5000 t im Jahr.
Ein weiterer Betrieb Horschberg, Schacht I lag in Bochum-Stiepel. Hier wurden 1952 10047 t gefördert. 1957 wurde er
kurz vor der Stilllegung von Juni bis September unter Horschberg Fortsetzung betrieben.
Schepmannsbank
Wahrscheinlich war diese Zeche die älteste Anlage im Rauendahler Siepen. Schon 1720 ist ein Betrieb belegt, der bis 1805
dauerte. Um 1842 erreichte der St. Mathias Erbstollen die Grubenbaue und nutzte die gut 24 m größere Teufe
kurzzeitig für einen neuen Abbau. Von 1859 bis 1864 gab es einen weiteren gemeinsamen Betrieb als
St. Mathias-Schepmannsbank.
Nachkriegsstollen Schepmannsbank
1951 startete dieser Betrieb. Er wurde 1953 in Neumann umbennannt und bis Februar 1954 weiter betrieben. 1953
betrug die Förderung 1002 t.
Freudenberg
Ab 1859 begann diese Zeche mit ihrem Betrieb. 1861 erreichte der Erbstollen ihre Berechtsame. Als Gegenleistung für
das Durchfahren des Grubenfeldes wurden Grubenwasser und Förderung im Schacht von Johann Friedrich gefördert.
1901 ging das Grubenfeld im Rahmen eines Felderaustauschs an Dahlhauser Tiefbau. Die Förderung scheint sich auf sehr
niedrigem Niveau bewegt zu haben.
Friedlicher Nachbar
Der Schacht Friedlicher Nachbar 1 lag an der heutigen Wuppertaler Straße nördlich der späteren Anlage im Deimketal. Mit seiner
Inbetriebnahme wurde der Schacht Roeder überflüssig und verfüllt. Etwa ab 1913 fand im Schacht 1 keine Förderung mehr statt. Er
wurde nach der Einstellung als Förderanlage zur Nebenanlage für Seilfahrt und Materialtransport. Einige Gebäude wurden längere
Zeit zu Wohnungen umgebaut. Heute nutzt ein KFZ-Betrieb das Betriebsgelände. Der Schacht liegt im Bereich der Stellplätze für
Fahrzeuge. Es gibt zwei Schachtdeckel. Möglicherweise wegen der hier vorhandenen Strecken . Eine 280 m lange ging zum Wetterschacht
und ab 1878 bestand eine Tunnelstrecke zur Pferdebahn nach Dahlhausen. Später wurde ein kurzes Anschlussgleis zur Bahnstrecke
angelegt. Neben dem Schacht 1 stand später ein Ventilator mit einem kleinen Schacht darunter. [Unter dem Anbau der Halle liegt
ein Schacht (?). Ich kam zufällig bei Bauarbeiten dort vorbei. Zu erkennen waren Mauern und zwei Dürchlässe fur Seile. Leider
hatte ich keine Kamera dabei.]
Bis zur Inbetriebnahme von Friedlicher Nachbar 2 baute die Zeche
Baaker Mulde bis in den Bereich der später übernommenen
Zeche
Hasenwinkel Kohle ab. Es bestanden zahlreiche Luftschächt und Tagesüberhauen die keine Spuren hinterlassen haben.
1898 begann die Brikettproduktion im "Brikettwerk Dahlhausen" zusammen mit der Essener Zeche
Langenbrahm (jeweils 50% der Anteile).
Das Werk wurde 1908 völlig übernommen und 1910 stillgelegt, da die Zeche
Baaker Mulde eine eigene Brikettfabrik betrieb. Später wurde an
diesem Standort Bergbauzubehör produziert. Anschließend übernahm die kleine Gießerei
Kätker den Betrieb, um ihre in einem Wohngebiet
liegende Produktion umzulagern. Wegen des Landschaftsschutzgebiets existierte hier nur eine Lagerhaltung. Die Firma wurde
2022 liquidiert und 2024 gelöscht.
Der Schacht Friedlicher Nachbar 2 wurde zur Hauptförderanlage ausgebaut. Er erhielt 1950 eine Turmförderanlage in Stahlfachwerkbauweise.
Nach der Stilllegung blieb der Schacht offen und war seitdem Teil der zentralen Wasserhaltung der DSK. Mit Tauchpumpen wird das
Standwasser auf dem Niveau von 257 m (-165 m NN) gehalten und über die Donnerbecke in die Ruhr eingeleitet. Der Einlass ist
leicht an den mineralischen Ausfällungen zu erkennen. Das Schachtgerüst wurde demontiert und ab 1964 über Schacht 2 der Zeche
Zollverein wieder aufgebaut, der heute auch zur zentralen Wasserhaltung gehört.
Die Betriebsanlage der Wasserhaltung ist einsehbar. Sichtbar sind ein Krangerüst und die Rohrleitungen am Auslass der Pumpenanlage, das
sog. Wasserschloss (Druckausgleich). Die Kranbühne wurde für die langfristige Nutzung modernisiert (2024 abgeschlossen).
Das restliche Betriebsgelände wird gewerblich genutzt. Einige Zechengebäude sind erhalten und dokumentieren die architektonische
Qualität vieler ähnlicher Zechenanlagen. Von der Seilbahn zur Henrichshütte steht noch ein gemauerter Pfeiler.
Baaker Mulde
Der Schacht Baaker Mulde entstand aus der Konsolidation mehrerer Stollenbetriebe durch die Umbenennung des Schachts Johann Friedrich
1870. Die dazu gehörende Zeche arbeitete ab 1765 im Bereich des Weitmarer Holzes, teilweise in Kooperation mit
St. Mathias Erbstollen.
Gemeinsam bauten sie die erste Schienenbahn in Deutschland zur Kohlenniederlage in Hattingen. Die Förderung bis zur Übernahme durch
Friedlicher Nachbar lag bei 140000 t/a mit dem Maximum von 166100 t im Jahr 1897. Für die damalige Zeit entsprach dies einer mittelgroßen Zeche.
Die Kokerei wurde 1919 abgerissen, da der Absatz zu den Hüttenwerken in Luxemburg weggefallen war. Die Fläche diente später als
Kohlelagerplatz.
Der Schacht Baaker Mulde liegt eingezäunt in einem Gehölzstreifen. Zu sehen ist der Schachtdeckel und Nachfüllöffnungen. Die ehemalige
Maschinenhalle wurde für Veranstaltungen und Austellungen im Bereich Mode
und Design genutzt. Sie liegt im Gewerbegebiet, das unter Nutzung weiterer erhaltener Bauten auf dem Areal entstand. Offenbar seit
Corona keine Aktivität mehr. Letzte Aktualisierung 2021.
Zu den insgesamt drei Seilbahnen sind ausführliche Informationen unter
Seilbahnen
zu finden und zur Wasserhaltung unter
Wasserhaltung.
Kleinstzechen
Neben den oben erwähnten Nachkriegszechen existierten einige Kleinstbetriebe (z.T. in den Karten eingetragen). Sie
waren nur kurz in Betrieb mit kaum nenneswerter Förderung.
Graf 2 (auch als Stollen Hemscheidt bezeichnet): 1. Januar 1948 bis 31. November 1949.
Kühn: 1. Mai 1951 bis 1. März 1952. 1951 wurden 1173 t mit elf Beschäftigten gefördert, ein Indiz für die
Unwirtschaftlichkeit.
Mittman (auch als Ruhrtal II bezeichnet): April 1951 bis 1954. Förderung 3004 - 4111 t mit 14 - 26 Beschäftigten.
Regelmann: 28 Juni 1951 bis 15. Mai 1952. 1951 wurden 1088 t mit 22 Beschäftigten gefördert - unwirtschaftlich.
Willamowski: 1. April 1950 bis 31. Juli 1952. 1951 wurden 797 t mit 42 Beschäftigten gefördert - unwirtschaftlich.
Nachlesebergbau im Weitmarer Holz
Das Weitmarer Holz liegt am östlichen Rand des Grubenfelds von
Friedlicher Nachbar. Hier wurde früh Kohle
abgebaut. Dabei war die maximale Teufe das Niveau des
St. Mathias Erbstollen. An der Tagesoberfläche blieb ein Sicherheitspfeiler
von 20 - 30 m Mächtigkeit stehen. Beim früher üblichen Pfeilerbruchbau blieben immer Kohlestreifen stehen. Auch harte Kohle, die mit
Schlägel und Eisen kaum abgebaut wurde blieb stehen. Somit stand oberflächennah auch nach dem Ende des Stollenbergbaus
genügend Kohle für den Notbergbau der 1920er Jahre (Ruhrbesetzung) und nach 1945 (akuter Kohlemangel) an.
Während der Notbergbau eher wie das frühe Kohleabgraben betrieben wurde war der Abbau nach 1945 etwa auf dem Niveau von
Stollenbetrieben im Übergang zum Tiefbau. Wie bei diesen wurden die Förderschächte und Tagesüberhauen (gebrochene Schächte,
meist temporär zur Förderung und als Luftschächte) im Flöz angelegt (tonnlägig). Die Förderung lief mit Hilfe einfacher Dreibeine. Nur die
Hauptförderschächte waren besser ausgebaut. Es gab u.a. elektrische Förderhaspel und Kohlebunker aus Holz. Dazu kamen Gebäude für Büro und
Werkstätten und einfache Waschkauen. Im Weitmarer Holz waren wohl zwei Anlagen dieser Art vorhanden. Da es kaum
frei zugängliche Fotos und Pläne (aufgeführt bei den Quellen) gibt kann es bei den folgenden Informationen zu Ungenauigkeiten
kommen.
Die Fotos verdeutlichen die Notförderung: u.a von Hand gezogener Fördereimer. Davon leitet sich der Begriff "Zeche Eimerweise"
ab. Nach dem 2. Weltkrieg gab es von solchen "Betrieben" eine unbekannte Anzahl. Da sie illegal ohne knappschaftliche Anmeldung
liefen ist ihre Lage unbekannt. Oft verursach(t)en sie Tagesbrüche, da Hohlräume nicht verfüllt wurden. Bei den angemeldeten
Betrieben kamen auch deutlich mehr Bergleute in Arbeit.
Die im Weitmarer Holz zu Tage tretenden Flöze bilden eine steile Mulde und stehen daher zweimal an. Durch den hohen Kohleanteil
der anstehenden Flöze kamen die relativ hohen Fördermengen zusammen (Albert 2 ca. 60 cm, Hugo 90 cm, Mathias 1 90 cm, Mathias 2
1,3 m und Mathias 3 1 m).
Höhne (auch Haus Weitmar) / Lucia
Am 17. Oktober 1947 war die knappschaftliche Anmeldung, Inbetriebnahme (Hattinger Straße 535a/Am Buchenhain etwa 100 Meter weit
im Wald) im April 1948. 1950 förderten 21 Beschäftigte 2871 t. 1951 wurde die Zeche aus
Höhne (Betreiber) in
Lucia umbenannt.
Mit 24/25 Beschäftigten wurden 7000 - 8400 t/a erreicht. Nach dem Abteufen eines tonnlägigen Förderschachts im Jahr 1956 stieg die
Förderung an. 1960 waren es 31570 t und maximal 46671 t 1962 mit 82/84 Beschäftigten. 1964 förderten bis zur Fördereinstellung
am 12. Dezember 21 Beschäftigte 2871 t. Die Stilllegung war am 31. Dezember. Die abgeräumte Betriebsfläche (etwa 2500 m³) wurde
aufgeforstet und ist am viel dichterem Bewuchs als im Umfeld erkennbar.
Abbau fand in den Flözen Albert 2 und Hugo statt.
Als 1955 das Wattenscheider Kohlenhandelsunternehmen Höhne am Nordrand des Weitmarer Holzes eine Kohlensieberei und -mischanlage
errichtete, die neben Kleinzechenkohle auch Abfallkohle, Kohlenschlamm und Kohlenstäube anderer Herkunft verarbeitete, wurde
öffentlicher Protest laut, da keine Genehmigung vorlag. Die aus offenen Transportbändern und Mahlanlage, fahrbaren Greifern
und Baggern bestehende Anlage wurde mit LkWs beliefert. Nach Umzug zu einem neuen Standort wurde 1958 der letzte Geräteschuppen entfernt.
Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar
Am 15. August 1947 begann der Besitzer Zimmermann & Co GmbH den
Zimmermann benannten Betrieb. 1949 wurde die maximale
Förderung von 6421 t mit 33 Beschäftigten erreicht. Es wurden ein tonnlägiger und ein seigerer (senkrechter) Schacht mit 110 m
abgeteuft. Dieser erreichte das Abaufeld des alten
St. Mathias-Erbstollen. Durch den Stollen erfolgte die Wasserlösung,
wodurch Kosten für eigene Pumpen entfielen. Im Jahr 1950 wurde der Betrieb in
Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar umbenannt
und die Förderung von 5788 t mit 31 Beschäftigten erreicht.
1955 waren es 9860 t mit 67 Beschäftigten, 1955 maximal 15687 t mit 63 Beschäftigten. Danach sank die Förderung (1960 17807 t
und 1962 7849 t mit jeweils 44 Beschäftigten. Am 31. Dezember 1962 war die Fördereinstellung umd 30. April 1963 die Stilllegung.
Abbau fand in den Flözen Albert 2, Hugo und Mathias 1 - 3 statt.
Das Betriebsgelände von knapp 5930 m² ist renaturiert. In der Nähe des Förderschachts liegt das Schachbrettspielfeld. Hier
stand noch bis weit in die 2000er Jahre das als Lagerraum genutzte Trafohaus der Zeche. Weitere Spuren existieren nicht. Ob
das 1955 geplante Tieferteufen des Schachts bis 150 m realisiert wurde ist fraglich.
Von 12. Dezember 1947 bis zum 31. Mai 1952 existierte ein Betrieb
Weitmar. 1950 wurden 5807 t mit 26 Beschäftigten
gefördert, 1955 maximal 9489 t mit 22 Beschäftigten. Möglicherweise lag diese Zeche westlich der Straße Roomersheide. Dort
befand sich ein Barackenlager mit Notwohnungen. Direkt daneben ist in einer Karte eine Zeche eingetragen. Sie könnte zur
Versorgung der Baracken mit Kohle gedient haben. Abbau war im Flöz Mathilde 2 (evtl. auch im Flöz Mathilde 4). Auf Luftbildern
sind die Baracken gut zu erkennen. Ein 2021 gefallener Tagesbruch könnte in Zusammenhang mit diesem Abbau stehen.
Papenbank
In einer Karte (Stadtarchiv Bochum) ist eine Zeche
Papenbank eingetragen. Historisch existierte eine Zeche gleichen Namens,
zu einer Nachkriegszeche sind keine Infos zu finden. Abbau fand im Flöz Hugo statt.
Baron
Es gab einen tonnlägigen Schacht im Flöz Hugo, dazu Abbau in Flöz Mathias. Betriebsort: nahe Blankensteiner Straße neben
Wetterschacht von Friedlicher Nachbar. Vermutlich nur kurzzeitiger Betrieb.
unbekannt
Östlich von Baron lag eine weitere Kleinzeche. In der Schülerarbeit ist sie eingezeichnet und in der TK von 1958 als stillgelegt.
Abbau fand im Flöz Hugo statt.
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- Kleinzeche Flora in den 1950er Jahren
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- Kleinzeche Flora in den 1950er Jahren
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- Kleinzeche Flora im Jahr 1959
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- Unbekannte Zeche im Jahr 1957 - evtl. Haunert
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- Abgekippter Abraum im Weitmarer Holz im Jahr 1957
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- Unbekannte Zeche im Jahr 1957
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- Kohlenaufbereitung Höhne in den 1950er Jahren
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- Kohlenaufbereitung Höhne im Jahr 1957 neben der Zeche Lucia
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- Kohlenaufbereitung Höhne im Jahr 1957 neben der Zeche Lucia
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- Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar im Jahr 1950
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- Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar im Jahr 1959
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- Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar im Jahr 1959
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- Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar im Jahr 1959
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- Tagesbruchwarnschild
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- Absperrung am Tagesbruch von 2021
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- Absperrung am Tagesbruch von 2021
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- Absperrung am Tagesbruch von 2021
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Beschilderung und ungefähre Lage von Schächten
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- Bereich der früheren Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar
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- Bereich der früheren Kohlenbetriebsgesellschaft Weitmar
Transportwege
Für den Kohletransport wurden eine Reihe Pferdehahnen un Anschlüsse zu Sammeltrasse der Bahn angelegt.
Bei den frühen Stollenzechen betrieben ab 1787 eine Pferdebahn nit eisernen Schienen. Dies war die erste "Eisenbahn" in
Deutschland. Beteiligt waren Anna Catharina, Dickebaeckerbank, Johann Friedrich und Nöckerbank.
Die leeren Wagen liefen bergab allein zur Kohlenniederlaqe an der Ruhr, wobei alle vier Räder Bremsen hatten. Bergauf zogen
sie Pferde. 1827 wurde die Bahn bis nach Hattingen verlängert.
Ab 1860 gab es eine Pferdebahn vom Josephstollen zur Ruhr. Sie wurde ab 1869 durch eine Bahn nach Norden ersetzt. Sie lief
durch einen Tunnel und weiter bis zur Kohleniederlage in Bochum-Dahlhausen. Durch den Bau der Ruhrtalbahn wurde die Bahn gekappt
und zum neuen Bahnhof umgelenkt.
Ersezt wurde die Bahn (Querschnitt nur für Grubenwagen ausreichend) beim Gleisanschluss an die neue Sammelbahnstecke im Jahr
1894. Hierzu wurde ein neuer Stollen etwas weiter östlich angelegt. Das nördliche Portal wurde wegen darüber liegender Bebauung
verfüllt. Das "Tunnelschild" ist im Freigelände des Eisenbahnmuseums in Dahlhausen ausgestellt. Das südliche Portal ist vermauert.
Vom Röderschacht lief ein vergleichsweise lange Pferdebahn zur Ruhr. Ab 1857 waren Pferdefuhrwerke im Einsatz. 1859 wurde die
Anlage eines Schiebeweges genehmigt und 1862 der Betrieb als Pferdebahn. Das letze Stück führte etwa ab 1873 über einen Bremsberg
(schiefe Ebene) in den Stollen Glücksonne. Am Mundloch befand sich eine Kohlenwippe für die Beladung der Kohleschiffe.
Später wurde die Bahn bis zum neuen Bahnhof Dahlhausen verlängert. 1878 endete der Betrieb.
Ersetzt wurde die Bahn durch einen Transportstollen vom Schacht Friedlicher Nachbar 1. Die Kohlewagen wurden bis 1891 von Pferden
gezogen. 1891 ersetzte sie eine Seilförderung. Am Stollenmundloch wurde die Kohle umgeladen und über ein kurzes Anschlussgleis
an die Kohlensammelbahn zum Bhf Dahlhausen transportiert. Der Stollen wurde mit der Stilllegung der Anlage Friedlicher Nachbar I
aufgegeben.
Hasenwinkel
Die 1923 von
Friedlicher Nachbar übernommene Zeche
Hasenwinkel hat eine lange Vorgeschichte. Es gab mehrere
Stollenbetriebe und einen Hauptstollen, der von Dahlhausen bis nach Weitmar reichte. Er wurde immer wieder umgebaut und verlängert.
Dabei war es nicht ständig durchgängig befahrbar. Die Kohlen wurden über Schächte gefördert, die immer weiter Richtung Osten abgeteuft
wurden. Der jeweils westlichere wurde dann Luftschacht und die Fördereinrichtung (meistens Pferdegöpel) am neueren Schacht wieder
aufgebaut. Daher ist die Geschichte der Zeche etwas unübersichtlich. Die Stollenanlagen waren
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Sonnenscheiner Stollen
Ein Betrieb vor 1698 ist belegt. Er wurde schon 1700 eingestellt.
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Hasenwinkler Stollen
Es ist nur bekannt, dass er von 1732 bis 1772 bestand.
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Neue Mark
Schon vor 1750 gab es Abbau im Oberstollen; ab 1783 Anlage des Tiefen Stollen.
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Kirschbaum
Vor 1754 Abbau im Kirschbaumer Stollen; 1754 - 1790 Betrieb in einem tieferen Stollen. Als
Ver. Kirschbaum und Neumarck wurde von 1795 - 1815 gemeinsam ein Ersatzstollen betrieben.
- General-Stollen Nr. 2
Vortrieb ab 1790. Mit Himmelscrone nach 1822 als General und Himmelscroner Erbstollen betrieben. Der
Zweck war das Abführen der Grubenwässer der höher liegenden Stollenzechen. Diese zahlten dafür und konnten in größerer Tiefe
Kohlen abbauen. Bei der damaligen Technik konnte das in die Grubenbauten einsickernde Wasser nicht sicher oder nur mit hohem
Aufwand abgepumpt werden.
- 1827 wurde eine kombinierte Zeche Hasenwinkel und Sonnenschein gegründet. Diese ging mit den anderen oben aufgeführten
Zechen und dem Betrieb Fortuna 1 zwischen 1822 und 1834 im Hasenwinkel-Himmelscroner Erbstollen auf. Ab jetzt
wurde aus Schächten gefördert. Ver. Kirschaum und Neumarck kam erst 1856 dazu. Ebenso Johann Christoph und
Fortuna 2.
1866 hatten alle Schächte die Förderung eingestellt und mit dem Abteufen des Schachtes Julius Philipp begann der Betrieb
der Tiefbauzeche Hasenwinkel.
Zeche Hasenwinkel
Ab 1861 wurde der neue Förderschacht abgeteuft und mit dem Bau der Tagesanlagen begonnen. Da ein zweiter Schacht aus
Sicherheitsgründen nötig war baute man den alten Stollenschacht August 1864/65 neu aus. Die Förderung setzte ein Jahr später
ein. Schacht August blieb bis 1899 in Betrieb, als er durch einen neuen Wetterschacht ersetzt wurde. Das Betriebsgelände
reichte jetzt weit in das Lindener Tal hinein. 1904 übernahm Friedlicher Nachbar die Zeche Hasenwinkel. Sie
war lange profitabel gewesen, da die anstehende Fettkohle sehr guten Koks lieferte. Es bestand aber keine eigene Kokerei.
Ab 1834 übernahm dies eine Privatkokerei in Dahlhausen, eine der ersten im Ruhrgebiet. Ab 1885 wurde neben dem Schacht
Theresia ein neue private Kokerei eröffnet, die 1891 übernommen wurde. Da der Absatz auch an den Bochumer Verein ging
wurde gleichzeitig eine drei km lange Seilbahn bis zu dessen Zeche Maria Anna in Bochum-Höntrop gebaut. Sie wurde 1905
abgebrochen, als die Fettkohlenvorräte zur Neige gingen. Danach ging der Betrieb immer weiter zurück und 1923 kam die
Angliederung an Friedlicher Nachbar als Außenanlage. 1926 war der Abbau der Restkohlen beendet und es folgte die
Stilllegung mit nachfolgendem Verfüllen des Schachts und dem Abbruch der Anlagen.
Erhalten ist noch das umbebaute Fördermaschinengebäude und die beiden Häuser am ehemaligen Luftschacht.
Die Zechengeschichte ist ausführlich unter der Zeche General zu finden.
Übersicht Schachtdaten
| Schacht |
Teufe |
Betrieb |
Stilllegung |
max. Teufe (m) |
Kokerei/Brikettfabrik |
| Friedlicher Nachbar 1 |
1868 |
1870 |
1961 |
495 |
|
| Friedlicher Nachbar 2 |
1899 |
1901 |
1961 |
789 |
1905 - 1960 (B) |
| Ostholz |
1900 |
1902 |
1961 |
543 |
|
| Johann Friedrich |
1855 |
1860 |
1961 |
602 |
1900 - 1919 (K) 1894 - ca. 1914 (B) |
maximale Förderung Baaker Mulde 166100 t 1897
durchschnittlich 100000 - 150000 t/a
maximale Förderung Friedlicher Nachbar 609285 t 1909
durchschnittlich 400000 - 500000 t/a
(vor dem Zusammenschluss zwischen 96000 und 106000 t jährlich)
Informationen zum Stollen Glücksonne gibt es unter
Dahlhauser Tiefbau.
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- Friedlicher Nachbar 1 im Jahr 1938 zu Wohnungen umgebaut
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- Im Hintergrund der Malakoffturm (Dach verändert)
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- Schachtbereich vor der neuen Sicherung
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- Schachtbereich vor der neuen Sicherung
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- Schachtbereich vor der neuen Sicherung
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- Schachtbereich nach der neuen Sicherung
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- Schachtbereich nach der neuen Sicherung
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- Kfz-Werkstatt auf dem früheren Zechengelände
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- Friedlicher Nachbar 2 um 1916
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- Schacht Baaker Mulde (rechts) im Jahr 1937
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- Schacht Friedlicher Nachbar 2 (links) im Jahr 1937
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- Luftbild von 1937 mit der abgeräumten Fläche der Kokerei
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- Friedlicher Nachbar 2 um 1950 mit Seilbahn zur Henrichshütte
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- Friedlicher Nachbar 2 um 1950 mit Seilbahn zur Henrichshütte
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- Friedlicher Nachbar 2 um 1960 mit Turmförderanlage
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- Friedlicher Nachbar 2 um 1960 mit Turmförderanlage
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- Wasserhaltung am Schacht 2 bis zum Umbau
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- Kranbühne der Wasser- haltung vor dem Umbau
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- Grubenwasserüberlauf (sog. Wasserschloss)
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- Kranbühne der Wasser- haltung nach dem Umbau
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- Kranbühne der Wasser- haltung nach dem Umbau
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- Erhaltenes Zechengebäude
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- Früheres Kokerei- gelände/Kohlenlagerplatz
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- Erhaltenes Magazingebäude
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- Abrissarbeiten in der Endphase
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- Abrissbeginn mit Demontage der Turmförderung von Schacht 2
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- Abriss der Kohlenwäsche und der Brikettfabrik
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- Werkstattgebäude kurz vor dem Abriss
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- Erhalten gebliebenes Gebäude
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- Zur Verschrottung gelagerte Kohlenwagen
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- Zur Verschrottung gelagerte Kohlenwagen
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- Abtransport
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- Luftschacht Ostholz im Jahr 1939
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- Lüftergebäude im Jahr 1939
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- Lüftergebäude um das Jahr 1986
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- Luftschacht Ostholz im Jahr 2015
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- Lüftergebäude im Jahr 2015
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- Lüftergebäude im Jahr 2015
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- Ehemalige Diffusoröffnung
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- Lüftergebäude im Jahr 2015
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- Lüftergebäude im Jahr 2015 rechts Schachtanbau
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- Lage des Luftschachts
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- Lage des Luftschachts
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- Seilbahn zur Henrichshütte im Jahr 1954
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- Seilbahn zur Henrichshütte im Jahr 1954
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- Schutzeinrichtung gegen herabfallendes Material
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- Rest Seilbahnstützpfeiler
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- Rest Seilbahnstützpfeiler
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- Schacht Baaker Mulde im Jahr 1939
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- Werkstatthalle - heute für Veranstaltungen und Verkauf genutzt
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- Seitliche Ansicht
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- Eingangsbereich
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- Eingangsbereich
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- Nordportal der Anschlussbahn vor der Stilllegung
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- Zugemauertes Nordportal nach der Stilllegung
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- Inschrift des zuge- schütteten Nordportals im Eisenbahnmuseum
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- Südportal der Anschlussbahn im Jahr 2013
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- Inschrift des Südportals im Jahr 2013
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- Detail des Südportals im Jahr 2013
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- Lage des älteren Tranportstollen mit Resten der Laderampe
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- Stollenmundloch Dickebaeckerbank (Rekonstruktion)
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- Stollenmundloch Dickebaeckerbank (Rekonstruktion)
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- Stollen Rauendahl
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- Hinweistafel zur Wasser- haltung im Jahr 2015
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- Absetzbecken im Jahr 2015
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- Absetzbecken im Jahr 2015
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- Absetzbecken im Jahr 2015
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- Mundloch Glücksonne in Dahlhausen mit Grubenlok und Wagen
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- Mundloch Glücksonne
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