Schon seit dem 16. Jahrhundert bauten im Bereich der Schachtanlage Prinz Regent kleine Stollenbetriebe Kohle ab,
die z.T. lange vor 1800 ausliefen. Zu diesen Betrieben liegen nur wenige Unterlagen vor. Auch die Lage der Stollen ist nicht mehr
genau festzustellen, da sie schon sehr lange verbrochen sind. Dasselbe gilt für die meisten der kleinen Förder- und Luftschächte. Auf
ihnen standen nur einfache Fördereinrichtungen, meist Handhaspel oder bei
tieferen Schächten gelegentlich aufwändigere Pferdegöpel, die nach dem
Abwerfen eines Schachts auf einem anderen Schacht weiter verwendet wurden. Daher sind keine festen Gebäude entstanden. Später lagen
hier u.a. Halden, Kläranlagen und Bahngleise die das von Siepen durchzogene Gelände stark verändert
haben.
Benannt wurde die Zeche (1834 als Glückauf gemutet) ab 1839 nach Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen dem späteren ersten Kaiser
im 1871 neu gegründeten Deutschen Reich. Zur Zeit der Namensgebung war er Prinzregent in Preußen. Diese Funktion entspricht der von Prinz
Charles als Kronprinz in Großbritannien.
Kurz vor der Stilllegung wurde die Fusion mit der Nachbarzeche Dannenbaum eingeleitet. Diese Maßnahme kam zu spät um die sich
seit 1958 verschärfende Kohlenkrise zu überstehen. Wegen der ungünstiegen gelogischen Verhältnisse (steile Lagerung, viele Störungen
und starke Grubenwasserzuflüsse) hätte eine frühere Neuausrichtung die Lebensdauer der Zeche nur wenige Jahre verlängert. Der Betrieb
war von Beginn an selten profitabel. Das Grubenfeld war zu klein und 1889 übernahm die Nachbarzeche Dannenbaum die Zeche.
Dies betraf i.W. die Verwaltung, die Abbaubetrieb blieben getrennt. Erst nach der Jahrhundertwende kam 1901 durch die Neugründung der
Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG zu der Dannenbaum gehörte die langfristige Verbesserung. Die AG war einer der
wichtigsten Montankonzerne Deutschlands. Da Prinz Regent in der Mitte des zusammengfassten Grubenfeldes lag wurde die Zeche zum
Hauptförderstandort. Nach dem 1. Weltkrieg verlor die AG alle ausländischen Anteile und die Nachfolger wurden
in die Vereinigten Stahlwerke eingegliedert. Damit bestand nach der Bergbaukrise der 1920er Jahre wieder eine stabile Lage.
Schon ab 1905 Jahre wurden unrentable Nachbarzechen übernommen und dort die besseren Flözpartien abgebaut. Danach wurde auf diesen
Anlagen nur noch Bewetterung und Bergeversatz betrieben (Carl-Friedrich, Friederika, Julius Philipp). Im Folgenden
werden die Einzelzechen mit den Stollenvorläufern beschrieben.
Unglücke gab es nur wenige. 1920 eine Schlagwetterexplosion mit drei Toten und 1949 einen Strebbruch mit vier Toten.
Im Jahr 1834 erfolgte eine weitere Mutung unter dem Namen Glückauf, die 1839 in Prinz Regent geändert wurde. Ein Abbau
kam nicht in Gang, da es Streit mit den benachbarten Stollenzechen gab. Erst 1862 einigte man sich über die Größe der Feldes.
Nach der 1869 erfolgten Konsolidation mit den oben genannten Stollenbetrieben begann 1870 das Abteufen der Tiefbauanlage. Später
wurden Felderteile von angrenzenden Zechen übernommen, die als Nebenanlagen weiter betrieben wurden (Julius Philipp ab 1905,
Carl Friedrich ab 1924). Eine Besonderheit war der unrentable Erzabbau im Bereich von Friederika zwischen 1938 und 1945
im Rahmen der Autarkiepolitik des NS-Regimes. 1958 erfolgte der Verbund mit der Zeche Dannenbaum. Dieser verzögerte die
Stilllegung nur um zwei Jahre. Der Verbund war schon für 1939 geplant und wegen des 2. Weltkriegs ausgesetzt worden. Nach den damaligen
Einschätzungen hatte man mit einer Lebensdauer von mindestens 50 Jahren gerechnet.
Der auf der Karte noch eingetragene Stollen Fortuna lag nicht im späteren Feld Prinz Regent. Ein Betrieb ist ab
1822 belegt. Bis 1869 wurden geringe Kohlenmengen abgebaut, maximal rund 3000 t/a. Zwischen 1845 bis 1863 fand wohl kein
Abbau statt und danach nur sporadisch. Spätestens 1867 endete der Betrieb. Das Grubenfeld übernahm die Zeche Hasenwinkel, die
hier ihre östliche Markscheide hatte.
Der Stollen Neue Marck war ab 1733 in Betrieb aber unrentabel da er nicht tief genug lag um unter der Hattinger Straße Kohle zu
gewinnen. Diese war damals eine der wenigen ausgebauten Landstraßen. Der 1790 angesetzte tiefe Stollen war der Beginn der Konsolidation
der Zeche Kirschbaum. Die Nähe zu Bonifacius erklärt den oben erwähnten Abbauversuch.
| Schacht | Teufbeginn | Inbetriebnahme | Stilllegung | max. Teufe (m) | Kokerei |
| Prinz Regent 1 (Carl) | 1870 | 1873 | 1960 | 633 | 1874 - 1928 |
| Prinz Regent w | 1873 | 1875 | 1960 | 34 | |
| Prinz Regent 2 (Albert) | 1895 | 1896 | 1960 | 818 | |
| Friederika 2 | ab 1907 | 1960 |
maximale Förderung 974400 1929
durchschnittlich 700000 - 800000 t/a
Auch die Schachtanlage Julius Philipp hatte Vorgängerstollenbetriebe die schon im 18. Jahrhundert Kohle abbauten.
| Schacht | Teufbeginn | Inbetriebnahme | Stilllegung | max. Teufe (m) | Kokerei |
| Glücksburg Carl | 1830 | 1830 | 1856 | 34 | |
| Glücksburg August | 1848 | 1848 | 1856 | 27 | |
| Glücksburg Anna | 1854 | 1856 | 1906 | 66 | |
| Glücksburg Christine | 1856 | 1857 | ca. 1880 | ca. 70 | |
| Glücksburg Heintzmann | 1860 | 1861 | 1892 | ca. 40 | |
| Julius Philipp 1 | 1875 | 1878 | 1960 | 515 | 1885 - 1904 |
| Rohrschacht | 1886 | 1886 | 1908 | 259 | |
| Berneck | 1899 | 1900 | 1905 | 226 | |
| Julius Philipp 2 | 1891 | 1892 | 1960 | 376 | |
| Alte Steinkuhle | 1919 | 1920 | 1928 | ca. 60 |
maximale Förderung Glücksburg 20403 t 1857 durchschnittlich 10000 t/a maximale Förderung Julius Philipp 305678 t 1899 durchschnittlich 180000 - 280000 t/a
| Schacht | Teufbeginn | Inbetriebnahme | Stilllegung | max. Teufe (m) | Kokerei |
| Maschinenschacht | 1852 | 1855 | 1873 | 43 | |
| Carl Friedrich 1 | 1862 | 1865 | 1920 | 644 | 1882 - 1919 |
| Preußischer Zepter | 1853 | 1855 | 1887 | 150 | |
| Carl Friedrich 2 | 1884 | 1885 | 192 | 644 | |
| Brockhauser Tiefbau | 1874 | 1876 | 1912 | 142 | 1891 - unbek. |
| Stollen | Betrieb | max. Länge (m) | Typ |
| Rauendahl | |||
| Altemann | 1834 | Schiebeweg | |
| Carl Friedrich | 1828 | 1580 | Pferdebahn |
| Carl Wilhelm | 1844 | 522 | Schiebeweg |
| Friedrich (mit C.F.E.) | 1834 | Pferdebahn | |
| Ignatius (mit Treue) | 1835 | Pferdebahn | |
| Preußischer Zepter | 1780 | Schiebeweg | |
| Treue (mit Ignatius) | 1835 | Pferdebahn | |
| Lottental | |||
| Glücksburg | 1825 | 4129 | Schiebeweg/Pferdebahn |
| Julius Philipp | 1839 | Pferdebahn | |